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Newton als leuchtendes Vorbild
Verfasst von Deike Uhtenwoldt am 22. Oktober 2010 - 17:54
Sönke von Fintel, 34, Projektingenieur HOCHTIEF Construction AG über die Herausforderung einer XXL-Baustelle
Auf einer Tiefbaustelle in der Dimension des European XFEL Projektes ist vor allem Genauigkeit gefragt. Dafür braucht man die angewandte Mathematik und vor allem Physik mit ihren Kraftgesetzen als Naturwissenschaft. Newton war ja auch ein großartiger Ingenieur.
NaT: Herr von Fintel, Sie haben vor den Sommerferien den Theorieteil mit den Schülern durchgeführt. Was ist da gelaufen? Ich habe zunächst einmal ein paar Grundlagen vermittelt, wie sind Böden aufgebaut, welche Kraft üben sie auf die Wand aus und wie berechnet man das. Dann haben wir anhand eines vereinfachten Beispiels eine computergestützte Baugrubenberechnung durchgeführt und besprochen, wie diese in die Gesamtstatik eingeht, rückgeprüft und schließlich nachgebaut wird. Die Schüler waren sehr interessiert und haben viele Nachfragen gestellt.
NaT: Der gesamte Ablauf von der Idee bis zur Umsetzung, das ist das Spannende an Ihrem Beruf? Auf jeden Fall. Das finde ich auch faszinierend an meiner Funktion, in der ich eigentlich - in Anführungsstrichen - nur plane, aber wenn ich rausgehe, sehe ich in Natura, was ich vorher gerechnet habe. Man hat ja auch immer ein wenig Freiraum, zu optimieren und Sondervorschläge einzubringen. Dazu kommen die unterschiedlichen Disziplinen des Ingenieurbaus von Hafenanlagen über Brücken- und Tunnelbauwerke bis hin zur Gründung von Offshore-Windkraftanlagen. Das sind immer wieder neue Herausforderungen.
NaT: Wie sind die Herausforderungen auf der Baustelle European XFEL und was brauchen Sie dafür? Hier ist vor allem Genauigkeit gefragt. Für die statistischen Berechnungen braucht man die angewandte Mathematik und vor allem Physik mit ihren Kraftgesetzen als Naturwissenschaft. Newton war ja auch ein großartiger Ingenieur.
NaT: Newton ist sicher ein gutes Vorbild. Warum wollten Sie Bauingenieur werden? Ich bin familiär vorbelastet und es war schon im Sandkistenalter klar, dass ich in die Baubranche gehe. Aber nach der Schule wollte ich erst mal nicht mehr nur Theorie lernen, sondern praktisch arbeiten. Daher habe zunächst ich eine Lehre zum Brunnenbauer gemacht und hier und in den darauf folgenden Jahren den Ingenieurberuf besser kennen gelernt. Im Studium später war mir die praktische Erfahrung durchaus nützlich.
NaT: Und wo kommen Bauingenieure unter? Aktuell überall, die sind sehr gefragt, etwa in Ingenieursbüros, Behörden, Baufirmen oder auch in der Forschung an Universitäten. Man kann sich mit der entsprechenden Erfahrung auch als beratender Ingenieur selbstständig machen. So haben die meisten Bauherren ein Ingenieurbüro an der Hand, das die Ausschreibungsunterlagen erstellt und bei der Einholung von Baugenehmigungen unterstützt. Schließlich folgt die Ausführungsplanung für den Rohbau, wie wir sie hier machen. Dabei arbeiten wir mit anderen externen Ingenieurbüros zusammen, das ist ein sehr komplexes Feld und niemals langweilig.
Hochschul- oder Kooperationsbericht:

