WTM-Engineers und Gymnasium Osterbek

Die Profiloberstufe des Gymnasiums Osterbek hat ein klares Ziel

Berufsorientierung durch Realbegegnungen möglich machen, so der Internetauftritt osterbek.hamburg.de. Am Ende der zwei Jahre soll jeder Schüler seine sechs persönlichen Berufsprofile erkundet, beschrieben und bewertet haben.Der Frage "Was macht eigentlich ein Bauingenieur und passt das Berufsbild zu meinen Interessen" sind 21 Schüler des Osterbeker Physikprofils "Technik und Medien" nachgegangen. Im Rahmen einer Projektwoche vor den Herbstferien besuchten sie das Hamburger Ingenieursbüro WTM, lernten die Brücken- und Tragwerksplanung kennen und entwarfen schließlich ihre eigene Brückenkonstruktion für die Hafencity. Zum Erstaunen der Bauingenieure mit durchweg ansprechenden, teilweise kühnen Ideen: "Die Entwürfe können durchaus mit denen von Architektenbüros mithalten", lobte Stefan Ehmann, einer der drei WTM Geschäftsführer.

Ein Team aus fünf Jungen hatte gleich zwei Entwürfe eingereicht: "Wir konnten uns zwischen der Hängebrücke und Schrägseilbrücke entscheiden und haben beide Modelle berechnet. Aber am Ende lief uns die Zeit weg", erzählt Tim. "Der Brückenbau ist schon eine aufwändige Sache, das habe ich heute gelernt." Der 16jährige könnte sich eine berufliche Zukunft im Architekturbereich durchaus vorstellen, wie er betont.

Für seine Mitschülerin Pia-Sophie ist mit den Bauingenieuren ein neuer interessanter Bereich hinzugekommen: "Vorher kannte ich den Unterschied zwischen Architektur und Bauingenieurswesen überhaupt nicht." Allenfalls hätte die 16jährige letzteres unter trocken und theorielastig abgetan: "Aber die Bauingenieure setzen die Ideen ja tatsächlich um und arbeiten dabei sehr international, das finde ich spannend."

Wie die Ingenieure die besten Architektenideen Wirklichkeit werden ließen, konnten die Schüler dann vor Ort auf der Shanghai-Brücke und der Museumsbrücke "mit Knick" in der Hafencity besichtigen: "Viel Transparenz, ökonomischer Materialeinsatz, versteckte Tragkonstruktionen, dahin geht der Zeitgeist", erklärte Marian Stachon bei seiner Führung.

Das Fazit des WTM Ingenieurs: "Ich hatte nicht mit so einem Engagement der Schüler gerechnet." Die Schülerfragen hätten Fachhochschulniveau bewiesen und es sei wichtig, die jungen Leute so früh wie möglich mit der "Arbeit von uns Alten" zu konfrontieren. Damit sind Tim, Pia und ihre Mitschüler bestens gerüstet für den zweiten Teil der Projektwoche: den Brückenbau-Workshop an der HCU vom 07. bis 09. Oktober. Hier bauen die Oberstufenschüler Zwei-Meter Brückenmodelle, die anschließend im Belastungstest geprüft und prämiert werden.

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