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Eine Technologie, die unglaublich stolz macht
Verfasst von Sabine Fernau am 8. März 2010 - 15:37
Interview mit Dörte Borchers, 33, Vertriebsmitarbeiterin Baxi Innotech
Frau Borchers, was macht eine Wirtschaftswissenschaftlerin in einem Entwicklungsunternehmen für Brennstoffzellen-Heizgeräte? Ich habe mich in meiner Examensarbeit an der Universität Oldenburg schon mit der Brennstoffzelle als Wirtschaftsfaktor befasst und bin seitdem nicht mehr von der Thematik losgekommen. Für eine Technologie zu arbeiten, die zugleich umweltschonend und innovativ ist, macht unglaublich stolz. Ich kann mich damit viel besser identifizieren als mit üblichen betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen. Bei Baxi Innotech bin ich sogar ein wenig Quereinsteigerin, aber eine überzeugte: Ich arbeite inzwischen im Vertrieb und bin als Projektleiterin zuständig für das Callux-Projekt.
Was verbirgt sich hinter dem Kunstnamen Callux? Der Name setzt sich zusammen aus den lateinischen Begriffen Calor, Wärme und Lux, Licht. Es handelt sich um einen bundesweiten Praxistest, den wir mit Unterstützung der Bundesregierung gemeinsam mit fünf Energieversorgern und zwei anderen Heizgeräteherstellern seit 2008 durchführen. Das Projekt dient der Marktvorbereitung von stationären Brennstoffzellen-Heizgeräten.
Wo stehen Sie da aktuell? Die Heizgeräte befinden sich noch in der Feldtestphase. Letztes Jahr haben wir das erste Gerät unserer zweiten Prototypengeneration GAMMA 1.0 auf dem Hamburger Museumsschiff „Rickmer Rickmers“ installiert, die eigentliche Zielgruppe sind aber Einfamilienhäuser. Die Anfragen von Hausbesitzern steigen stetig, aber eine neue Technologie braucht Zeit, damit sie einwandfrei funktioniert. Diese Zeit nehmen wir uns und optimieren unsere Prototypen ständig weiter.
Das ist Aufgabe der Entwicklungsingenieure. Was benötigen diese neben Mathe- und Physikkenntnissen? Die müssen „plietsch“ sein, wie man in Hamburg sagt, aufgeweckte Leute, die eigenständig mitdenken, aber das Wissen nicht für sich behalten, sondern im Team teilen. Als einzelner bewegt man nicht viel, erst die Gruppe macht die Brennstoffzellen-Technologie stark.
