E.ON Hanse und Gymnasium Süderelbe

Profiloberstufe unter die Lupe genommen: Physik nimmt Gestalt an

Ronja möchte Physik studieren, Julian Informatik und Dominik schwankt noch zwischen seinen Lieblingsfächern Mathe, Physik oder Chemie. Auf jeden Fall faszinieren den 16jährigen Experimente, Technik und irgendwo auch die „Berufung“, der höhere Sinn einer Aufgabe: „Ein Studium, das auch dazu beiträgt, die Zukunft aller zu verbessern ist eine gute Sache“, sagt der Elftklässler nach einem Vortrag des Vorsitzenden der Deutschen Wasserstoffgesellschaft, Johannes Töpler, wobei dieser nicht an erschreckenden Zukunftsszenarien für die nächsten 50 Jahre sparte.

Ronja, Julian und Dominik sind drei von 28 Schülern im neuen Physikprofil „Energie und Umwelttechnologie“ am Gymnasium Süderelbe. Passend zum Thema kooperiert das Profil dabei mit dem Regionalversorger E.ON Hanse. „Wir werden das Hybridkraftwerk in Pellworm besuchen und damit besonders Windkraft und Photovoltaik untersuchen“, sagt Physiklehrerin Ulrike Vogt. Aber auch die Brennstoffzelle stehe auf der Liste der Experimente, die E.ON Trainees gemeinsam mit den Oberstufenschülern durchführen wollen.

Dass Nachwuchskräfte von heute den Nachwuchs von morgen fördern, gehört zum Prinzip „Trainee on“, mit dem E.ON wiederum seine Berufsanfänger auf zukünftige Aufgaben vorbereitet. Brücken bauen, den Dialog anstoßen, Synergien schaffen, heißen die Zielsetzungen, für die der Energieversorger sich bei der Initiative engagiert. „Ich bedanke mich für Euer Interesse“, begrüßt E.ON Hanse Personalvorstand Udo Bottländer die neuen Oberstufenschüler. Es gebe ja genügend Vorbehalte gegenüber den „bösen Energieriesen“, daher freue man sich über die Zusammenarbeit, den Austausch und auch die konstruktive Kritik. „Es geht aber auch darum, alte Energien weiterzuentwickeln.“

Spiralprinzip: Aus der Praxis in die vertiefende Theorie und wieder zurück

Das Physikprofil an der Süderelbe umfasst auch vier Stunden PGW (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft), zwei Stunden Mathe und das zweistündige Seminarfach für die außerschulische Kooperation. Fächerverbindendes Denken und Arbeiten, Praxisorientierung und Lernleistungen außerhalb der Schule fordern Lehrer, Schüler und Unternehmen gleichermaßen heraus: „Das ist für uns alle Neuland“, sagt Ulrike Vogt. Aber eines, für das es lohne, sich auf den Weg zu machen. „Es ist sehr angenehm, so kompakt an einem Thema zu arbeiten.“ Zumal, wenn es mit einem schönen Einstieg, dem Ausflug in die Universität, verbunden sei und Aktualität besitze. „Kernenergie ist doch in aller Munde.“

Zur Vorbereitung auf die Vorträge an der Universität, bei denen es im Wesentlichen um Klimaforschung und die Wasserstoff-Technologie ging, hat PGW-Kollegin Stephanie Koch den Schwerpunkt auf die Treibhausgase gelegt, während Ulrike Vogt den Energiebegriff verdeutlichte. „Im ersten Schritt ging es darum, ohne Messungen und Berechnungen die Wahrnehmung zu schärfen.“ Dafür nutzte die Physiklehrerin ein Energiequiz und ließ kleine Experimente zur Energieumwandlung durchführen. Im zweiten Schritt haben die Schüler in Kleingruppen Kurzreferate erarbeitet und präsentiert. „Die Kursteilnehmer kommen aus verschiedenen Klassen, sie müssen erst noch zueinander finden“, betont die MINT-Koordinatorin. Das ist mit dem Ausflug in die Welt der Wissenschaft an der Edmund-Siemers-Allee auf jeden Fall auch ein gutes Stück vorangekommen. Bei der Vertragsunterschreibung mit E.ON Hanse gab es ein Gruppenfoto und Ronja, Julian und Dominik waren sich einig: „Das war ein sehr interessanter Vormittag, aber auch sehr anstrengend. Wir hätten uns da lieber selbst ein wenig mehr eingebracht.“

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