Energie sparen durch Thermolabyrinth

Interview mit Diplom-Ingenieur Volker Budde-Steinacker, Stabsstelle Umweltschutz

NaT: Herr Budde-Steinacker, was ist ein Thermolabyrinth? Unter dem Terminal 1 haben wir unterhalb des Grundwasserspiegels einen Raum geschaffen, durch den die Luft für die Klimatisierung geleitet wird. Klimatisierung heißt, dass der Terminal im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden muss. Da in dem Thermolabyrinth das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von etwa 10 Grad herrscht, haben wir damit die Möglichkeit die Luft vorzuwärmen beziehungsweise vorzukühlen. Dadurch sparen wir viel Energie und können den CO2-Ausstoß reduzieren.

NaT: Sie engagieren sich besonders für den Gewässerschutz, warum? Das hat sich während des Studiums so ergeben. Ich hatte davor eine Berufsausbildung zum Elektromaschinenbauer absolviert, weil mich der praktische Einsatz anfassbarer Technologie interessierte. Beim Wasser kann man Erfolge beim Reinigungsprozess meist schon erkennen, bevor sie messtechnisch nachgewiesen sind. Auch die Maschinentechnik, die bei der Wasser- und Abwasserbehandlung eingesetzt wird, ist greifbar und hoch interessant. Im Bereich zum Beispiel der Luftreinhaltung lassen sich Erfolge meist nur messtechnisch oder rechnerisch nachweisen. Das ist auch spannend, aber nicht so konkret.

NaT: Was bedeutet Gewässerschutz für den Flughafen? Am Flughafen müssen im Winter die Flugzeuge und die Flugbetriebflächen von Schnee und Eis freigehalten werden. Dazu werden biologisch leicht abbaubare Stoffe eingesetzt. Salz darf nicht verwendet werden. Aber auch das Thema Wassereinsparung, etwa durch die Nutzung von Regenwasser gehört zum Gewässerschutz. Außerdem überwachen wir ständig alle anderen Anfallstellen von Abwasser, damit wir die Einleitmengen weiter reduzieren können. Alle Abwässer werden mit modernsten Technologien behandelt und geklärt.

NaT: Welche Rolle spielen Mathematik und Physik in Ihrer täglichen Arbeit? Ohne fortschrittliche Technik kein effektiver Schutz der Umwelt. Und Mathematik, Physik und Chemie sind nun einmal die Grundlagen der Technik. Beispielweise, wenn man die Lärmentwicklungen am Flughafen berechnet, eine Abwasseranlage konzipiert oder die Wirkung einer Filteranlage zur Reduzierung von Luftschadstoffen beurteilt – ohne einen guten Wissensstand in den genannten Fächern geht das nicht.

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Ein Thermolabyrinth klimatisiert Terminal 1

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