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Massive Veränderungen durch die Profiloberstufe – und eine Riesenchance
Verfasst von Deike Uhtenwoldt am 10. Juni 2010 - 11:01
Interview mit Jörn Krönert, Lehrer für Physik und Chemie am Emil-Krause-Gymnasium.
NaT: Wie sind Sie auf das Profilthema „Hamburg am Wasser“
gekommen?
Am Anfang steht da meist eine vage Idee, dann kommt die
Suche nach Partnern intern und extern. Bei mir war da schon immer das
Interesse an der Schifffahrt, am Hafen und am Segeln, auch wenn ich
hierzu nur sehr gelegentlich in den Ferien komme. Als sich dann noch bei
einer NaT-Jahrestagung Blohm + Voss vorstellte, da wusste ich sofort,
das ist unser Partner!
NaT: Inzwischen hat sich die Lage auf den Werften leider sehr
gewandelt. Wie geht Ihr Partner damit um?
Bei Blohm + Voss wird
es in diesem Jahr einen neuen Eigentümer geben, aber alle mit denen ich
zu tun hatte, gehen davon aus, dass die Kooperation bestehen bleibt. Das
Interesse, qualifizierten Nachwuchs zu fördern und an das Unternehmen
zu binden, ist nach wie vor groß.
NaT: Wie werden Sie von der Schule unterstützt?
Das
Emil-Krause-Gymnasium hat die größte eigenständige Oberstufe Hamburgs,
dazu noch als Aufbaugymnasium im Stadtteil Barmbek eine besondere
Schülerschaft aus 40 Nationalitäten. Es stand von vornherein fest, dass
wir mindestens ein naturwissenschaftliches Profil anbieten und dass dies
auch stattfinden würde. Ich habe meine Idee zunächst den Fachlehrern
für Geschichte vorgetragen, aber die hatten andere Pläne. Dagegen
ergaben sich in einem Gespräch mit meiner Geographie-Kollegin Anke
Krüger viele Berührungspunkte. Sie war gleich bereit in das Projekt
einzusteigen. Dazu noch der Kollege Rammé für PGW – da sind einfach die
richtigen Leute zusammengekommen. Für den nächsten Durchgang engagiert
sich gerade unser Sportlehrer Matthias Klau, um das Segeln noch besser
in das Profil einzubinden.
NaT: Und die Schulleitung?
Das Physik-Profil hat auch
aufgrund seiner intensiven Vernetzung mit den außerschulischen Partnern
eine besondere Rolle. Ohne Zustimmung und klare Unterstützung der
Schulleitung könnte man so etwas nicht realisieren. Dazu kommen
besondere Anliegen, wie etwa den Wunsch, das Umweltengagement unserer
Schule auch im Profil abzubilden. So entstand die Idee, die Boote bei
dem Abschlusswettbewerb im vierten Semester mit Solarenergie
anzutreiben. Das hat uns dann leider ein wenig zurückgeworfen, denn wir
mussten feststellen, die Modelle werden damit zu langsam und die
Strömungseffekte, die wir messen wollen, treten nicht auf. Jetzt
arbeiten wir wieder mit Batteriepacks. Man kann halt nicht allem gerecht
werden.
NaT: Aber Sie haben neben Blohm + Voss auch noch andere Partner?
Sicher,
die HPA (Hamburg Port Authority) unterstützt uns beispielsweise im
zweiten Semester, wenn sich die anderen Fächer mit dem Strukturwandel im
Hamburger Hafen und der Stadtgeographie, Schwerpunkt Hafen befassen.
Der Praxisfaden soll sich durch die gesamte Oberstufe und alle Fächer
ziehen. Insgesamt haben wir mit der NaT schon acht Partnerschaften und
es dürfen gerne noch mehr werden. So hätte ich beispielsweise gern das
Forschungszentrum in Geesthacht zum Thema Tsunami an Bord, da versuche
ich gerade einen Kontakt herzustellen.
NaT: Wie geht es mit Ihrem Profil und dem Emil-Krause-Gymnasium
weiter, wenn die Hamburger Schulreform kommt?
Die Hamburger
Schulen und bei uns insbesondere die Oberstufe sind zurzeit massiven
Veränderungen ausgesetzt. Unsere Schule wurde außerdem gerade zu einem
der drei Standorte der neuen Stadtteilschule Barmbek. Aber wir sehen das
nicht nur als Problem: Ich bin überzeugt, dass die praxisorientierte
Profiloberstufe unseren Schülern Inhalte und Erfahrungen vermittelt, die
in der Zukunft wichtig sind. Eines werden wir sicherlich auf keinen
Fall tun: den Namen Emil-Krause ganz aufgeben. Er steht für eine
vorbildliche Berufsorientierung und für bessere Bildungschancen aller
Schichten. Genau daran wollen wir festhalten.
Hochschul- oder Kooperationsbericht:
