Krügeranke holt den Krause Cup

Profil "Hamburg am Wasser" feiert Finale im Schleppkanal der HSVA

Das Abitur haben sie geschrieben, ihre letzte Schulphysikstunde hinter sich gebracht, sich in einer Seminararbeit Gedanken über den Schiffbau gemacht und ein Verdränger-Modell ihrer Wahl entworfen: Was kann den Jungs vom Emil-Krause-Gymnasium eigentlich noch passieren? Und wozu sich noch den Wettbewerbsstress um das beste Modellboot antun? Ganz einfach, lautet die Antwort der zehn Teilnehmer, die sich zum Krause-Cup angemeldet haben, weil es Spaß macht und weil der Praxistest das Sahnehäubchen auf das Physik-Profil „Hamburg am Wasser“ ist.

Doch vor dem Spaß kommt der Ernst: Die letzte Nacht vor dem Wettbewerb haben sich ein paar Jungs regelrecht mit Klebe, Cola in Dosen und Leichtschaumplatten um die Ohren gehauen. Und auch noch kurz vor dem Start wird hier und da ausgebessert, obwohl Rennleiter Dario das nicht gerne sieht. „Zwei Minuten noch, mehr gebe ich nicht“, schimpft der Zwölftklässler, der im nächsten Jahr selbst ein Modellboot zu Wasser lassen will: Der nachfolgende Physik-Profilkurs stellt das Organisationsteam für das Rennen, Armbinden mit der Aufschrift „Zeitnehmer“ oder „Wettkampfrichter“ untermauern die jeweilige Funktion.

Einer guten Organisation und vieler zupackender Helfer bedarf es allemal, wenn der erste Krause Cup nicht baden gehen, sondern ein Exempel für die nachfolgenden Physik-Profilschüler statuieren soll. Im Schleppkanal der gastgebenden Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt HSVA haben die Organisatoren eine Rennstrecke von 47 Metern sowie einen Wendigkeitsparcours mit mehreren Bojen und um einen Schleppkran herum abgesteckt. Der Stationsbetreuer gibt das Startsignal, der Zeitnehmer misst die Sekunden, der Protokollführer notiert das Ergebnis – und ein hilfsbereiter Zuschauer, von Beruf Lehrer, besorgt Batterien, als die Akkus unerwartet ihren Geist aufgeben.

Zudem bewertet eine Jury, was nicht mit der Stoppuhr gemessen werden kann: das schönste Design, das innovativste Konzept, die beste Verarbeitung. Hier sind neben der Oberstufenkoordinatorin Beatrix Buchhorn vor allem die Kooperationspartner des Physikprofils gefragt: der Gastgeber HSVA mit Diplomingenieur Hilmar Klug; die TUHH, vertreten durch Professor Wolfgang Fricke und die Blohm + Voss Naval GmbH mit Schiffbaumeister Ingo Drucklieb. Sie alle küren Profilleiter Jörn Krönert zum besten Steuermann und finden auch für alle Schülerboote positive Bewertungen.

Aber am Ende gibt eben doch Schnelligkeit und Wendigkeit den Ausschlag: Felix Gramberg holt den Pokal, weil sein Boot „Krügeranke“ die Geschwindigkeitsstrecke unter drei Minuten schafft. Das ist zwar noch immer eine Minute mehr als der „Erste Versuch“, das Modell von Christian Thieme benötigt, aber das Boot eines Entwicklungsingenieur bei Blohm + Voss fährt nun einmal außerhalb jeder Konkurrenz. „Das war echt zügig, das ist nicht zu toppen“, ruft Felix Schiffsführer Thieme anerkennend zu. Wäre ja auch noch schöner, wenn sich ein Schiffbaustudium gar nicht auswirken würde.

Aber Felix kann mit den Leistungen seiner „Krügeranke“ voll zufrieden sein. Das gilt vermutlich auch für die Namenspatin: Anke Krüger ist Geografielehrerin am Emil-Krause-Gymnasium. „Ich habe deswegen richtig Stress bekommen mit meiner Freundin“, erzählt der Pokalsieger. Die heißt Anna, so wie jeder dritte Elbkahn auch – und genau von diesem Durchschnitt wollte sich Felix absetzen. Mit Krügeranke ist ihm das voll gelungen. Herzlichen Glückwunsch, auch allen anderen beteiligten ausgezeichneten Modellbauern!

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