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Ein Herz für Ausbildung – am und um den Laser
Verfasst von Deike Uhtenwoldt am 13. September 2011 - 17:55
Dr.-Ing. Maren Petersen (42), Oberingenieurin am Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik (iLAS) ist in der Lehrerbildung aktiv und führt Schulgruppen in die Kompetenzen und Märkte der Lasertechnik ein.
Dr.-Ing. Maren Petersen über ihren Weg in die Lasertechnik, Grundvoraussetzungen und das Image der Technik NaT: Frau Petersen, Sie haben Chemieingenieurwesen studiert, wie sind Sie von da auf die Lasertechnik gekommen? Ich wollte nach meinem Studium gerne noch promovieren und habe hier im Bereich, als das noch KFZ-Technik war, mit einem chemischen Thema angefangen: nachwachsende Rohstoffe als Korrosionsschutz. Bis Professor Emmelmann den Lehrstuhl übernommen hat und ein Forschungsprojekt mitbrachte, das dann mein neues Promotionsthema wurde. Es ging um dreidimensionales Drucken mit keramischen Werkstoffen. Na, ja dann bin ich halt geblieben, weil sich das so anbot und mir Ausbildung viel Spaß macht.
NaT: Was brauche ich, um mit der Lasertechnik zu arbeiten? Sie brauchen Computerkompetenz und vor allem die Bereitschaft, sich auf technische Dinge einzulassen. Sie müssen Spaß daran haben, etwas auszuprobieren. Sie können mit dem Laser sowohl Blechplatten als auch Textilstoffe ausschneiden. Sie sind damit extrem flexibel und können sehr innovativ arbeiten.
NaT: Spaß,
mit dem Computer zu arbeiten, weil der alles steuert, dazu kommen
Mathekenntnisse, logisches Denken, technisches Verständnis… Das schadet sicher alles nicht,
aber es ist keine Voraussetzung. Das kommt schon von ganz allein, wenn die
Bereitschaft da ist, sich auf die Dinge einzulassen. Wir merken das immer bei
den Arbeitslehrern, die wir ausbilden. Da gibt es einen hohen Frauenanteil. Am
Anfang wollen die Studentinnen gerne mit Textil arbeiten und vielleicht noch
mit Holz, aber zu Metall haben sie nicht den Bezug. Bis wir ihnen dann zeigen,
wie man aus Rohteilen kleine Metallflugzeuge baut: Sie müssen ein wenig
schleifen, biegen, Löcher bohren und dann noch mit einem eigenen Namen am Laser
personifizieren. Dabei lernen sie, dass sich Metall in der Bearbeitung nicht
grundsätzlich vom Holz unterscheidet, aber gewisse Vorteile bietet. Am Schluss
stellen sie dann fest, dass Metall doch nicht so schlimm ist. Wir sind
überzeugt: wenn die Lehrer nicht technisch begeistert sind, wird es auch keinen
technischen Nachwuchs geben.
NaT: Die Lehrer der Sophie-Barat-Schule, mit der Sie zusammenarbeiten, haben Sie schon begeistert. Was sagen die Schüler? Wenn die Schüler im Anschluss an die Veranstaltung sagen, dass es toll war, ist alles erreicht. Einen direkten Input im Sinne von, ich habe das damals bei euch gemacht und deshalb studiere ich das jetzt, werden wir nicht hinbekommen. Das ist viel zu weit weg von den Schülern. Aber es ist schon ein Erfolg, wenn wir zum dritten Mal hintereinander das physikalisch-technische Profil an der Sophie-Barat-Schule durchbekommen haben und zwar mit über 20 Schülern. Dann kann der Ruf des Profils nicht so schlecht sein, zumal an einer Schule, die eher geisteswissenschaftlich ausgerichtet ist. Etwas direkter haben Sie die Rückmeldung bei Grundschülern: Wenn die heulen, weil sie von ihren Müttern abgeholt werden, obwohl sie mit dem Roboterprogrammieren noch nicht fertig sind, ist alles richtig gelaufen.
NaT: Aber irgendwo zwischen den Kinderforschern und der Oberstufe verliert sich oft die Begeisterung. Woran liegt das? Technik ist uncool. Die Schüler haben null Bezug dazu. Wir leben in einer solchen technischen Welt, dass Technik selbstverständlich ist und keiner mehr darüber nachdenkt, wo sie herkommt. Es will auch gar keiner wissen, wie sein Handy funktioniert. Wenn sich das einmal festgesetzt hat, dann kriegen wir sie nicht mehr.
NaT: Sie sprechen von den Mädchen? Nein, der Unterschied ist nicht mehr so signifikant. Die Jungen werden zwar eher gefördert, mal am Fahrrad oder Auto zu basteln, aber das ist auch wieder eine Erwartungshaltung, die belastend sein kann. Denn genauso wie es Mädchen gibt, die gut mit Technik umgehen können, gibt es auch Jungen, für die das nicht gilt. Aber die Schüler haben an vielen Stellen nicht die Möglichkeit herauszufinden, was sie können.
NaT: Den Schulen fehlt die Technikorientierung? Das klassische Gymnasium arbeitet erkenntnisorientiert und nicht anwendungsorientiert. Daher entsteht es bei der Umsetzung der Schulfächer Physik, Mathe, Chemie in die Ingenieurwissenschaften eine Lücke: Die Schüler wissen nicht, was man mit Physik tut und was es bedeutet, Technik zu studieren. Ihnen fehlt die Anschauung und die Anwendung. Die Oberstufenprofile versuchen jetzt, das aufzubrechen – und viele Initiativen, wie die NaT tun es auch.
NaT: Sie haben sich, lange vor der Profiloberstufe, für ein ingenieurwissenschaftliches Studium entschieden. Warum? Ich habe Glück gehabt, einen Techniker zum Vater zu haben, der mich in den Ferien mitgenommen hat. Da bin ich auf Leute gestoßen, die mir alles gerne erklärt haben – wohl auch, weil ich Interesse signalisiert habe. Es war für mich relativ schnell klar, dass ich in die Technik gehen würde. Ich bin schon immer absolut logisch gewesen und extrem empfindlich, wenn der rote Faden nicht stimmt.
NaT: Wie sieht Ihr beruflicher roter Faden aus? Mein Herz hängt in der Ausbildung. Ich werde nie das technische Standbein verlieren, dafür macht es mir zu viel Spaß, aber ich möchte es gerne so umsetzen, dass andere davon auch etwas haben. Die Aus- und Weiterbildungskurse für Lasertechnik, die ich im Laser Zentrum gebe, möchte ich noch weiter ausbauen.
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Vielseitig: Ein Werkzeug, viele Anwendungen und noch mehr Potenzial






