Sternwarte bald als 3D-Modell - LASERMESSUNG Projekt von HafenCity Universität und Gymnasium Lohbrügge

Bergedorfer Zeitung, von Christina Rückert. Der blaue Kasten steht auf einer Art Stativ und parkt im ehrwürdigen „Großen Refraktor“, dem imposanten Bau auf dem Gelände der Sternwarte, direkt unter dem gewaltigen Teleskop. Mehrere Menschen umkreisen ihn neugierig. Ein Projekt steht hier gerade auf dem Prüfstand: Der blaue Kasten, ein „Laserscanner 5006i“, soll demnächst den Unterricht am Gymnasium Lohbrügge bereichern. Initiatoren, Beteiligte und Förderer dieser Idee – Mitarbeiter der HafenCity Universität, des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung sowie der Hochschul Initiative NaT (Naturwissenschaft und Technik) – trafen sich deshalb jetzt zur Probemessung im Großen Refraktor.

Die Idee ist einfach: Mit dem Laserscanner (Wert: etwa 120 000 Euro) soll der Große Refraktor millimetergenau in 3D vermessen werden. Das liefert nicht nur ganz neue Daten, das bietet auch reichlich Lernstoff: „Es geht darum, den Schülern unter Anweisung die Lasertechnik beizubringen – mit allen physikalischen und mathematischen Facetten“, sagt Prof. Dr. Thomas Schramm von der HafenCity Universität. Ein ganz neues Lernmodul soll so am Gymnasium Lohbrügge entstehen.

Angenehmer Nebeneffekt für die Sternwarte: Nach und nach sollen so alle Gebäude auf dem Gelände am Gojenbergsweg 112 vermessen und zu einem Gesamtmodell zusammengeführt werden. Die Lasertechnik gleicht der, die auch von der Polizei eingesetzt wird: Laserstrahlen schießen aus dem rotierenden Gerät. Das von den Gegenständen reflektierte Licht wird gemessen. Da manche Gegenstände andere verdecken, muss von mehreren Positionen aus gemessen werden – die Bilder können dann später zu einem 3D-Gesamtbild zusammengesetzt werden.

Von innen und von außen werden die Gebäude so vermessen. Wo der Laserscanner nicht hinkommt – also über den Dächern – wird ein „Oktokopter“ eingesetzt, ein fliegendes Gerät mit Kamera. Auch der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung kann Daten aus seinen Hubschrauberaufnahmen für sein 3DStadtmodell von Hamburg beisteuern. Die von den Schülern erfassten Daten können umgekehrt auch für das Landesamt von Nutzen sein, etwa bei Stadtplan Erstellungen. Geht alles glatt, soll das neue Lernmodul schon im kommenden Schuljahr am Gymnasium Lohbrügge starten.

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