Sieben Dates mit der Wissenschaft

NaT-Reporterinnen Deike Uhtenwoldt (DU) und Yvonne Scheller (YS) haben sich sieben Dates näher angeschaut. Die vollständigen Kurzberichte (pdf) finden Sie unten auf dieser Seite.

So schön kann Informatik sein, demonstriert Prof. Birgit Wendholt, HAW Hamburg. „Hände hoch!“ Die „Ergeben-Geste“ wird von der Tiefensensorkamera „Kinect“ am besten identifi-ziert. Von nun an wird jeder Körpereinsatz zur Kunst. Vincent vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium probiert es aus, geht vor und zurück, weist mit den Händen nach rechts und links. Auf dem Bildschirm vor ihm entstehen in Echtzeit dynamische Schleifen, Kreise und Bögen. So griffig kann Informatik sein.

Charmantes Date: Prof. Florian Grüner, UHH, wirbt für die Physik. An Florian Grüner kommt keine Frau vorbei: „Wen muss ich noch vom Physikstudium überzeugen?" fragt der Professor. Nein, der Leiter der Gruppe „Beschleunigerphysik“ an der Universität Hamburg hat den Dating-Teil der Veranstaltung nicht zu wörtlich aufgefasst. Es geht ihm ganz allein um die Sache, eine Physik, die mit brillanten Lichtquellen Krebszellen viel schonender entdecken kann als mit herkömmlichen Röntgenstrahlen beispielsweise.

Modernes Rumpelstilzchen: Prof. Irina Smirnova, TUHH macht Stroh zu Geld. Was macht eigentlich ein Verfahrenstechniker, fragt Professorin Irina Smirnova. Die Schüler wissen es nicht. Dafür können sie das Bild, das Smirnovas Doktoranden gebastelt haben, problemlos einordnen: „Das ist Rumpelstilzchen“, sagt Franzisca vom Johann-Rist-Gymnasium in Wedel. „Aus Stroh macht es Gold“. Genau das wollen die Verfahrenstechniker auch, erklärt Smirnova.

„Wer hat Lust, an der Zukunft mit zu bauen?“, fragt Prof. Thomas Klassen, HSU. An der Optimierung von Materialien wird immer gefeilt – und das ist gut so. Denn wer möchte schon wie die Passagiere vom Aloha Airlines-Flug 243 in gut 7.000 Metern Höhe plötzlich buchstäb-lich im Freien sitzen?! „Erst war es nur ein Riss in der Außenverschalung, dann flog die gesamte Ummantelung weg. Nur die tragende Struktur blieb übrig und mit der konnte der Pilot tatsächlich sicher landen“, erzählt Professor Thomas Klassen.

„Es geht schlauer“: Prof. Wolfgang Dickhaut über neue Herausforderungen für Bauingenieure. Chosrau hat ein Herz für Häuslebauer: Dass private Investoren mehr Geld in die Hand nehmen sollen, um ein dezentrales Regenwassersystem aufzubauen, sei doch ein negativer Aspekt, findet der Oberstufenschüler des Gymnasiums Hamm. Ja, aber dafür könne der Investor langfristig Geld sparen, rechnet Wolfgang Dickhaut vor: „Stadtplanung hat da auch die Aufgabe, langfristiger, ökologischer und gesamtökonomischer zu denken.“

Eins mit meinem Handy? Gut möglich, meint Prof. Andreas Timm-Giel, TUHH. Mit dem Smartphone ins Internet, Musik hören, Videos schauen oder drehen – alles längst eine Selbstverständlichkeit. „Doch was kommt als Nächstes?“, fragt Professor Andreas Timm-Giel vom Institut für Kommunikationsnetze an der TUHH in die Schülerrunde. „Wird die Technologie immer schneller und leistungsfähiger? Kommen als nächstes HD und 3D aufs Display?“ Oder „verschmelzen“ wir buchstäblich mit der Technik?

Prof. Bernd Sadlowsky, HAW Hamburg rät zum Helikopter-Blick. „Bei mir geht es heute um einen kleinen Ausschnitt unserer Technikwelt“, begrüßt Professor Bernd Sadlowsky seine Schülerrunde. „Wir schielen sozusagen durchs Schlüsselloch. Aber wenn Sie sich für ein Studienfach entscheiden, empfehle ich den Helikopter-Blick.“ Sich einen Überblick verschaffen und einen Bereich wählen, der wirklich Spaß macht. „Denn wenn Sie lieben, was sie tun, finden Sie auch Ihren Weg in den Arbeitsmarkt.“